Der Name der Methode geht auf den Begründer Moshe Feldenkrais zurück, der aufgrund eigener Beobachtungen und Selbstversuche ein komplettes Therapiekonzept entwickelt hat. Dabei ging es ihm weniger um die Behandlung von Krankheiten sondern vielmehr um die Entwicklung einer differenziert wahrnehmungsfähigen Persönlichkeit. Ursprünglich war Moshe Feldenkrais Physiker, aber aufgrund seiner vielfältigen Interessen war er einer der ersten Europäer, der beim Judo-Begründer Jigoro Kano trainiert hat. Dies und eine alte Knieverletzung, die niemand ausreichend behandeln konnte, war der Einstieg in die Beschäftigung mit der Funktion des Bewegungssystems und den verschiedenen Möglichkeiten des Lernens.

Die Feldenkrais Methode basiert auf der Annahme, dass eine dauerhafte ineffiziente Nutzung unseres Körpers zu Schmerzen, Funktionsstörungen und später zu Schäden am Bewegungssystem führt. Die alltäglichen Haltungs- und Bewegungsmuster sind uns fast ausschliesslich unbewusst, deshalb können sie nicht ohne eine Schulung der Wahrnehmung und dem Entdecken neuer Muster verändert werden. Moshe Feldenkrais ging davon aus, dass die Änderung der tausendfach täglich ausgeführten Bewegungen im Berufs- und Privatleben mehr Einfluss auf unser Bewegungssystem hat als jedes Muskeltraining. Demzufolge ist Feldenkrais vom Ansatz her eine Lernmethode, wobei es um ein Lernen für Körper, Geist und Seele geht („Wenn ich weiss, was ich tue, kann ich machen, was ich will.“). Dies ist gemeint, wenn von „Bewusstheit durch Bewegung“ gesprochen wird.

Feldenkrais wird einmal durch angeleitetes Üben unterrichtet (einzeln oder in Gruppe) — üblicherweise als „Bewusstheit durch Bewegung“ bezeichnet- andererseits gibt es Einzelsitzungen, ähnlich wie in der klassischen Physiotherapie, die“funktionale Integration“ genannt werden.

Beim angeleiteten Üben werden offene Aufgaben gestellt. Die Übenden sollen zur besseren Wahrnehmung ihres Körpers und ihrer Bewegungsmuster geführt werden. Dabei geht es darum, immer kleinere Unterschiede (im Seitenvergleich, zwischen verschiedenen Varianten derselben Bewegung usw.) wahrnehmen zu können. Das bedeutet, dass nur die Übenden selbst die Antworten dafür finden können, welche Variante die bessere, leichtere, effizientere ist.